Zwischen Wasser und Alpen, Obstgärten und Architektur zeigt sich der Bodensee von einer Seite, die man vielleicht viel öfter entdecken sollte. Im Seegut Zeppelin bei Friedrichshafen bekommt die alte Idee der Sommerfrische eine überraschend zeitgemäße Interpretation – und mit dem Smart Traveller gibt es einen besonders guten Grund, sie selbst zu erleben.
Ein See, vier Länder und ziemlich viel Freiheit
Vielleicht liegt der besondere Reiz des Bodensees darin, dass er sich nie so ganz festlegen lässt. Deutschland? Österreich? Schweiz? Ein kleiner Abstecher nach Liechtenstein? Am Bodensee werden Grenzen erstaunlich nebensächlich.
Viel wichtiger ist das Wasser.
Mal liegt es glatt und beinahe silbern vor einem, mal verschwindet das gegenüberliegende Ufer im Dunst, und an klaren Tagen bildet das Alpenpanorama eine Kulisse, die daran erinnert, wie außergewöhnlich die Lage dieses Sees eigentlich ist. Dazu kommen Weinberge und Obstgärten, historische Städte, zeitgenössische Kultur und eine Landschaft, die sich hervorragend mit dem Fahrrad, zu Fuß oder vom Wasser aus entdecken lässt.
Vielleicht ist genau das die schönste Art, den Bodensee zu bereisen: ohne allzu großen Plan.
Am Vormittag mit dem Schiff über den See, am Nachmittag durch einen Garten spazieren, ein Museum besuchen oder einfach irgendwo am Ufer sitzen und beobachten, wie Segelboote langsam am Horizont verschwinden.
Friedrichshafen fügt dieser Landschaft noch eine weitere Dimension hinzu: den Pioniergeist. Die Geschichte der Zeppeline ist bis heute eng mit der Stadt verbunden. Das Zeppelin Museum besitzt auf rund 4.000 Quadratmetern die weltweit größte Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt, während das Dornier Museum ein Jahrhundert Luft- und Raumfahrtgeschichte erzählt. Und wer möchte, kann die Region sogar aus jener Perspektive erleben, die Friedrichshafen berühmt gemacht hat: aus der Luft, bei einem Flug mit einem Zeppelin.
Die neue Sommerfrische
Ein paar Kilometer außerhalb des Zentrums von Friedrichshafen liegt Fischbach. Und hier, direkt am See, findet sich ein Ort, der erstaunlich gut zum Bodensee passt: das Seegut Zeppelin, Member of Lifestylehotels.
Vier Hektar Landschaftspark, jahrhundertealte Bäume und ein eigener Zugang zum Bodensee bilden die Kulisse. Dazwischen stehen eine historische Villa und vier zurückhaltende zeitgenössische Gebäude.
Interessanterweise begann die Geschichte dieses Ortes lange bevor hier Hotelgäste eincheckten. 1907 kaufte der Reutlinger Textilfabrikant Gustav Gminder das Grundstück als „Sommerfrische“ für seine Familie und ließ die Villa Gminder errichten. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Anwesen umfassend revitalisiert.
Heute könnte man sagen: Die Sommerfrische ist zurück.
Nur sieht sie im 21. Jahrhundert etwas anders aus.
Architektur, die sich zurücknimmt
Die denkmalgeschützte Villa Gminder bildet noch immer das historische Herz des Seeguts. Um sie gruppieren sich Haus Ferdinand, Haus Helene, Haus Isabella und Haus August – benannt nach Mitgliedern der Familie von Zeppelin.
Ihre dunkel lasierten Fichtenholzfassaden und begrünten Zeltdächer versuchen nicht, mit der Landschaft zu konkurrieren. Im Gegenteil: Die Architektur nimmt sich bewusst zurück.
Das ist vielleicht eine der angenehmsten Eigenschaften des Seegut Zeppelin. Hier wurde nicht versucht, möglichst viel Hotel auf möglichst wenig Fläche unterzubringen. Der eigentliche Luxus ist Raum.
Raum zwischen den Häusern. Raum unter alten Bäumen. Raum am Wasser.
Die insgesamt 62 Zimmer öffnen sich mit Balkon oder Terrasse zum Garten oder zum See. Holz, natürliche Materialien und eine ruhige Gestaltung holen etwas von der Landschaft nach innen. Und dann ist da immer wieder dieser Blick hinaus – ins Grün, zwischen die Bäume oder über den Bodensee.
Vom Garten auf den Teller
Auch kulinarisch spielt die Umgebung eine zentrale Rolle.
Das Restaurant Pinus befindet sich in der historischen Villa Gminder mit ihren neugotischen Gewölben und der großzügigen Seeterrasse. Sein Sharing-Konzept stellt das gemeinsame Essen in den Mittelpunkt.
Der Schwerpunkt der Küche liegt auf kreativen vegetarischen Gerichten. Fisch und Fleisch werden bewusst als Ergänzung eingesetzt; Fleischprodukte stammen überwiegend aus einer Nose-to-Tail-Verarbeitung. Vieles beginnt jedoch direkt vor der Tür: Der Garten des Seeguts ist Teil der kulinarischen Idee.
Vielleicht passt gerade dieses Teilen besonders gut zu einem Haus, das ohnehin weniger vom klassischen Hotelbetrieb als vom Gefühl eines großzügigen Anwesens lebt.
Am besten: nichts vorhaben
Natürlich könnte man vom Seegut Zeppelin aus die gesamte Bodenseeregion erkunden. Zur Insel Mainau fahren. Museen besuchen. Wandern. Rad fahren. Mit dem Schiff den See überqueren.
Man könnte.
Man darf aber genauso gut bleiben.
Im Garten einen Platz unter den Bäumen suchen. Zum privaten Seezugang spazieren. Schwimmen. Lesen. Im Garten Spa in Haus Isabella in die Sauna gehen, eine Massage buchen oder im Yoga-Raum der Villa ein wenig Zeit verbringen.
Und irgendwann stellt sich jene besondere Form von Luxus ein, die heute vielleicht kostbarer geworden ist als vieles andere: Man muss gerade nirgendwo hin.
Denn der Bodensee muss nicht unbedingt die Reise sein, die man irgendwann einmal macht. Vielleicht ist er genau die Reise, die man jetzt machen sollte. Und wenn wir uns dafür eine Adresse aussuchen dürften? Dann würden wir ziemlich gerne unter den alten Bäumen des Seegut Zeppelin sitzen, hinüber zum Wasser schauen und die alte Kunst der Sommerfrische wiederentdecken.