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Culture

Boutiquehotel zur Wiener Staatsoper: Glanzvoll geführt

Victoria Klinkhammer über Gastfreundschaft, internationale Erfahrungen und das Boutiquehotel zur Wiener Staatsoper

Vom Baustellenstart zur charmanten Wiener Hoteladresse: Victoria Klinkhammer führt das Boutiquehotel zur Wiener Staatsoper mit Feingefühl, internationaler Erfahrung und einer klaren Vision von moderner Gastfreundschaft. Im Interview spricht sie über ihre Rolle als Gastgeberin, prägende Begegnungen mit Gästen und darüber, warum echte Hospitality immer bei den Menschen beginnt.

An ihrem ersten Tag als Hoteldirektorin saß Victoria Klinkhammer auf einer Heurigenbank mitten auf der Baustelle der Krugerstraße 11 – genau an jenem Ort, an dem wir sie heute zum Interview treffen. Nur, dass die karge Einrichtung im kleinen Frühstücksraum des Hotels Zur Wiener Staatsoper längst durch stilvolle, mit Samt bezogene Stühle und Bänke ersetzt wurde und auch sonst alles dank der britischen Interior-Designerin Nina Campbell in neuem Glanz erstrahlt.

Das zentrale Hideaway ist ein Schmuckstück aus dem 18. Jahrhundert, das zum Juwel reifte. Eine Entwicklung, die auch Victoria Klinkhammers Weg widerspiegelt: Noch vor wenigen Jahren besuchte sie eine Tourismusschule. Heute führt sie mit Feingefühl und Vision eines der charmantesten Häuser der Wiener Innenstadt.


Interview

Wenn Sie Ihrer Rolle als Hoteldirektorin einen Namen geben würden, welcher wäre das?

Ich finde Gastgeberin sehr treffend. Gerade in diesem Haus, das mehr ein Zuhause auf Zeit ist. Bei 14 Zimmern kennt man jeden Gast. Gastfreundschaft entsteht dann ganz natürlich, im Gespräch, durch kleine Gesten.

Als Sie in der Tourismusschule waren: Wie haben Sie sich die Rolle einer Hoteldirektorin vorgestellt – und was davon spiegelt sich heute tatsächlich in Ihrem Alltag wider?

Früher dachte ich an Präsenz in der Lobby, perfekte Abläufe und schnelle Entscheidungen. Heute merke ich: Hoteldirektorin zu sein heißt vor allem, auf Menschen zu achten, Stimmungen zu spüren und das Team zu unterstützen.


Internationale Erfahrungen prägen den Führungsstil

Sie haben in Deutschland, der Schweiz, Österreich, England, Kanada und in den Arabischen Emiraten gearbeitet. Wie haben Sie diese Länder geprägt?

Jedes Land auf seine Art und Weise.

Im Sacher in Wien habe ich alle Abteilungen durchgemacht und Basics gelernt, die ich jetzt auch noch brauche. Ich kann nicht verlangen, dass ein Bett schön gemacht ist, ohne zu wissen, wie es geht.

In London habe ich bei Four Seasons zum ersten Mal bei einer Kette gearbeitet und war Teil eines multikulturellen Teams aus den besten Fachkräften Europas. Wer hier nicht performt, ist draußen.

In Kanada spielt die Gewerkschaftsstruktur eine große Rolle und Führung funktioniert eher partizipativ.

In den Arabischen Emiraten hingegen sind die Möglichkeiten grenzenlos. Für einen Gast, der seine Kinder vom Strandliegenplatz aus wegen eines Sandhügels nicht sehen konnte, haben wir etwa über Nacht einen Bagger organisiert und den Sand ebnen lassen.

Wie unterscheidet sich in diesen Ländern die Rolle der Direktion?

In manchen Häusern ist sie präsent und sichtbar, in anderen bewusst im Hintergrund. Das hat weniger mit dem Land zu tun, als man vielleicht vermuten würde, sondern vielmehr mit dem persönlichen Werdegang.

Ob jemand aus der Küche, dem Service, dem Front Office oder dem Finanzbereich kommt, prägt den Führungsstil ebenso wie das eigene Naturell.


Die besondere Stärke eines kleinen Boutiquehotels

Sie leiten ja nun ein kleines, aber feines Haus in Wien. Inwiefern passt sich die Intensität der Betreuung an die Anzahl der Gäste an?

Ein kleines Haus erlaubt Nähe und echte Beziehungen.

Der persönliche Austausch mit unseren Mitarbeitern macht uns einzigartig; natürlich bemühen sich viele Häuser, auf jeden Gast einzugehen, aber bei 14 Zimmern gelingt das besonders authentisch.

Welche Begegnungen mit Gästen sind Ihnen dabei besonders im Gedächtnis geblieben?

So viele! Klar, ich habe auch Sportprofis oder Filmstars aus Hollywood erlebt, und ja, das beeindruckt.

Aber oft bleiben mir die bodenständigen Begegnungen besonders in Erinnerung. Zum Beispiel jene mit Henry, einem sieben Jahre alten Jungen aus Amerika, der mit seiner Familie bei uns Urlaub machte.

Er wollte alles über die Prozesse und Abläufe in einem Hotel wissen und durfte jeden Abend fünf Fragen an mich aufschreiben. Das waren richtig kluge Fragen, die mich selbst zum Nachdenken gebracht haben. Und er schreibt mir heute noch.

Neulich war er in Japan und wollte wissen, was ich dazu sage, dass in dem Hotel nur Hotelgäste in die Lobby dürfen.


Gibt es umgekehrt Geschichten, die Ihnen als Gast in Hotels in Erinnerung geblieben sind?

Absolut – während eines Kurzurlaubs im Four Seasons New York, als ich Anfang 20 war und Mitarbeiterin wie jede andere, durfte ich gemeinsam mit meinem Verlobten das Hotel erleben.

Der Direktor des Hauses nahm sich bewusst Zeit für uns und war an unserer Geschichte interessiert. Als er hörte, dass wir später zum Spiel der New York Knicks gehen würden, bot er uns an, vorher die neue private Lounge im Madison Square Garden zu testen – eine kleine, aber unglaublich wertschätzende Geste.


Spielte Ihr Frausein in Ihrer Rolle als Hoteldirektorin jemals eine besondere Rolle?

Ja, aber auch, dass ich jung bin. Als junge Frau wird man manchmal stärker hinterfragt. Das ist eine Herausforderung, die man ernst nehmen kann, ohne sich von ihr definieren zu lassen.

Macht es heute noch einen Unterschied, ob ein Hotel von einer Frau oder einem Mann geführt wird?

Ich glaube, es macht einen Unterschied, wie jemand führt, nicht wer.

Führung lebt von Haltung, Klarheit und Empathie. Das funktioniert unabhängig vom Geschlecht. Gleichzeitig sehe ich, dass Frauen in der Branche oft stärker auf Teamdynamik, Kommunikation und die kleinen Details achten, die den Alltag im Hotel ausmachen.


Gibt es Momente in Ihrem Alltag als Hoteldirektorin, die all das zusammenfassen, wofür Sie diesen Beruf lieben?

Wenn ich sehe, dass Mitarbeiter die Vision des Hauses verstehen, proaktiv arbeiten und wachsen. Aber natürlich auch, wenn Gäste Lob aussprechen.

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