Santa Bárbara Eco-Beach Resort – Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?
São Miguel zeigt, dass der Sommer nicht überall gleichzeitig endet. Und dass aus „Das wollte ich immer schon mal ausprobieren“ ziemlich schnell „Warum eigentlich nicht heute?“ werden kann.
Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Nichts Großes. Einfach etwas, bei dem du bisher immer dachtest: Das probiere ich irgendwann einmal aus. Am schwarzen Sandstrand von Santa Bárbara reichen dafür ein paar Minuten. Jemand läuft gerade mit dem Surfbrett Richtung Atlantik, andere kommen mit nassen Haaren aus dem Wasser zurück – und spätestens unten am Strand ist die Frage da: Wie fühlt es sich eigentlich an, eine Welle zu erwischen? Im Santa Bárbara Eco-Beach Resort müssen wir die Antwort zum Glück nicht lange von außen suchen. Wir können es einfach ausprobieren.
Nur zuschauen? Kommt nicht infrage.
Santa Bárbara gehört zu den bekanntesten Surfspots auf São Miguel und ist seit 2010 auch Schauplatz internationaler Wettbewerbe. Viel wichtiger für uns: Wir müssen keine Profis sein, um selbst aufs Brett zu steigen. Im Santa Bárbara Eco-Beach Resort lassen sich Surfstunden buchen – und damit wird es schwierig, noch eine gute Ausrede zu finden. Der erste Versuch sieht vermutlich nicht so aus wie in den Videos. Wir stehen auf. Oder zumindest fast. Zwei Sekunden später liegen wir wieder im Wasser. Also noch einmal. Und noch einmal. Bis wir irgendwann tatsächlich ein paar Sekunden oben bleiben. Und wenn am nächsten Morgen rund um uns über die Wellen gesprochen wird, hören wir schon ein bisschen anders zu. Jetzt wissen wir zumindest, warum alle so schnell wieder ins Wasser wollen.

Hier hat alles angefangen
Für João Reis begann diese Geschichte lange vor dem Hotel. Als leidenschaftlicher Surfer fühlte er sich diesem Küstenabschnitt schon lange verbunden. 2015 eröffnete er hier das Santa Bárbara Eco-Beach Resort, das erste Eco-Beach-Resort der Azoren. Nach ein paar Tagen fällt es nicht schwer zu verstehen, warum genau hier. Man muss nur hinunter zum Strand gehen. Schwarzer Sand, der Atlantik und das Grün São Miguels – genau diese Kombination begeisterte einst auch João Reis. Nur wollen wir sie nach unserer ersten Surfstunde nicht mehr ausschließlich ansehen.


Nach einem „Ja“ fällt das nächste leichter
Wenn wir gestern noch nicht wussten, wie es sich anfühlt, auf einem Surfbrett zu stehen, und es heute bereits ausprobiert haben: Was kommt als Nächstes? Auf São Miguel gibt es darauf fast zu viele gute Antworten. SUP, Kajak, Tauchen – oder Canyoning zwischen Wasserfällen und Felsen rund um Ribeira Grande. So wartet eines Morgens statt der Strandtasche plötzlich Helm und Ausrüstung auf uns. Wenige Stunden später bewegen wir uns durchs Wasser und seilen uns zwischen Felsen ab. Im Urlaub fällt es irgendwie viel leichter, Ja zu sagen. Zu Hause reden wir monatelang davon, etwas irgendwann einmal auszuprobieren. Hier wird aus irgendwann erstaunlich schnell heute.
Raus aufs offene Wasser
Beim nächsten Abenteuer geht es wieder auf den Atlantik – diesmal ohne Surfbrett. Die Gewässer rund um die Azoren gelten als besonderes Gebiet für Walbeobachtungen. Also steigen wir in ein Boot und machen uns auf die Suche nach Walen und Delfinen. Was wir tatsächlich sehen werden, weiß vorher niemand. Wir beobachten das Wasser, bis plötzlich jemand in die Ferne zeigt und sich auf dem Boot alle gleichzeitig in dieselbe Richtung drehen. Vor ein paar Tagen haben wir den Atlantik noch vom Strand aus betrachtet. Jetzt sitzen wir mitten auf ihm in einem Boot.
Zurück im Santa Bárbara darf es dann auch etwas ruhiger werden. Massagen finden hier sogar auf einem Holzdeck über dem Atlantik statt – begleitet vom Rauschen der Wellen. Und wer lieber ganz abtaucht, findet im Wellness Retreat ausgewählte Treatments und Wassertherapien im beheizten Indoorpool.

Der Sommer ist noch nicht fertig mit uns
Nach ein paar Tagen schauen wir anders auf Santa Bárbara als bei unserer Ankunft. Nicht weil wir inzwischen besonders gut surfen könnten. Ganz bestimmt nicht.
Zu Surfprofis sind wir nicht geworden, und Canyoning wird vermutlich auch nicht als besondere Fähigkeit in unserem Lebenslauf landen. Dafür haben wir jetzt ein paar Geschichten über Dinge, die wir hier zum ersten Mal gemacht haben. Vielleicht erinnern wir uns Monate später an diese wenigen Sekunden, in denen wir zum ersten Mal auf dem Surfbrett geblieben sind. An den Wasserfall. Oder an den Moment auf dem Atlantik, als plötzlich alle gleichzeitig in dieselbe Richtung blickten.
Und während zu Hause der Kalender längst September zeigt, fühlt sich São Miguel noch erstaunlich wenig nach Abschied vom Sommer an. Vielleicht muss man ihn manchmal gar nicht verlängern. Man muss nur wissen, wo er noch nicht vorbei ist.

