Hotel Lemongarden – Wenn aus einem Lieblingsplatz ein Hotel wird
13. August 2026
An manche Orte reisen wir in den Urlaub. Und bei anderen wissen wir schon während der ersten Reise, dass wir eines Tages zurückkommen werden.
Vor einer Reise haben wir meist eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was wir sehen möchten. Wir speichern Strände, suchen Restaurants aus und markieren auf der Karte, wohin wir unbedingt wollen. Unsere Lieblingsplätze finden wir trotzdem nicht immer auf diese Weise. Manchmal passiert es einfach: Am nächsten Tag sitzen wir wieder im selben Café, gehen noch einmal durch dieselbe Straße oder überlegen schon auf dem Heimweg, wann wir zurückkommen könnten.
Helena Ramsbacher erging es auf der kroatischen Insel Brač ganz ähnlich. Sie kam nach Sutivan, verliebte sich in das kleine Dorf am Meer und entdeckte ein altes, verfallenes Steinhaus inmitten eines verwilderten Gartens. Sie kaufte es nicht, um daraus ein Hotel zu machen. Es sollte ihr eigener Platz für den Sommer werden.
Alles begann mit einem Haus
Das alte Haus wurde restauriert, der Garten erwachte wieder zum Leben und Helena verbrachte immer mehr Zeit auf Brač. Die Familie kam, Freunde folgten und mit der Zeit lernten immer mehr Menschen diesen besonderen Ort kennen. Als sich die Gelegenheit ergab, kaufte Helena weitere alte Häuser im Dorf. Was ursprünglich als persönlicher Rückzugsort für den Sommer begonnen hatte, entwickelte sich langsam zu etwas ganz anderem. 2016 eröffnete das Hotel Lemongarden als erstes Fünf-Sterne-Hotel auf Brač. Mehr als 300 Jahre alte dalmatinische Steinhäuser bekamen eine neue Aufgabe und bewahrten dabei genau das, weshalb Helena sich einst in diesen Ort verliebt hatte. Und in dieser Geschichte gibt es ein kleines Detail, das wir besonders mögen: Das Haus, mit dem alles begann, ist bis heute Helenas eigenes Sommerdomizil.
Zuerst war da der Lieblingsplatz
Helena Ramsbacher hat einmal sehr einfach beschrieben, wie ihre Hotels entstanden sind: Zuerst waren die Lieblingsplätze da, dann kamen die Hotels. Beim Lemongarden versteht man schnell, was sie damit meint. Hier wartet kein einzelnes großes Hotelgebäude auf die Gäste. Alte Steinhäuser, Gärten und Plätze fügen sich in die historischen Gassen Sutivans ein. Wir treten vor die Tür – und sind mittendrin im Dorf. Am Morgen kommen die Boote im Hafen an, an der Promenade wird bereits Kaffee getrunken und nur wenige Schritte weiter liegen Restaurant, Bar und Gelateria des Lemongarden. Irgendwann lässt sich kaum noch sagen, wo das Hotel aufhört und Sutivan beginnt.
Ein Sommer in Sutivan
All das wäre natürlich auch dann eine schöne Geschichte, wenn wir sie nur erzählen würden. Wir wären allerdings viel lieber schon dort. Der Tag beginnt zwischen den Zitronenbäumen, danach geht es ans Meer. Der private Strand des Lemongarden liegt in einer von Pinien gesäumten Bucht – und nach so einem Morgen braucht es wahrscheinlich keinen besonders ausgefeilten Plan mehr für den Rest des Tages. Am Nachmittag zurück nach Sutivan. Ein Eis am Hafen, ein paar inzwischen vertraute Gassen und später Abendessen in der Nähe des Wassers. Ganz nebenbei entstehen dabei jene kleinen Gewohnheiten, die sich am Ende eines richtig guten Urlaubs fast immer einschleichen. Wir wissen bereits, welchen Weg wir gerne nehmen. Wir haben unseren Lieblingstisch. Und wir wissen, wo wir noch einen Kaffee trinken würden. Wenn uns jemand fragt, was wir morgen machen wollen, lautet die Antwort vielleicht einfach: genau das noch einmal.
Ein Teil von Sutivan
Die jahrhundertealten Gebäude wurden mit lokalen Materialien und gemeinsam mit Handwerkern aus der Region restauriert, im Garten wachsen Zitronen- und Olivenbäume und in der Küche stehen dalmatinische und mediterrane Aromen im Mittelpunkt. Doch die Verbindung zur Insel geht darüber hinaus. Viele Mitarbeiter sind selbst auf Brač aufgewachsen, und im Marina Club sitzen Hotelgäste und Menschen aus Sutivan nebeneinander. Der Hafen gehört genauso zu den Tagen im Lemongarden wie der Garten oder der Pool. Fast so, als bekämen wir für ein paar Tage selbst einen Schlüssel zu Sutivan.
Der Ort, an den wir wieder zurückkehren würden
Vielleicht ist es genau deshalb so schwer vorherzusagen, welcher Ort irgendwann zu unserem Lieblingsplatz wird. Es muss nicht der schönste Strand sein. Und auch nicht unbedingt das Restaurant, das wir schon Monate vorher gespeichert haben. Oft entscheiden ganz alltägliche Momente: Jemand erkennt uns morgens wieder, wir kennen inzwischen den Weg zum Meer oder gehen beim Abendessen ganz automatisch zu demselben Tisch.
Dann kommt der letzte Tag, und plötzlich zählen wir nicht mehr auf, was wir alles gesehen haben. Sondern was uns fehlen wird. Auch Helena Ramsbachers Geschichte begann in Sutivan irgendwo an diesem Punkt. Sie suchte kein Hotel. Sie fand einen Ort, an den sie zurückkehren wollte.
Und vielleicht entstehen genau so auch unsere eigenen Lieblingsplätze. Irgendwann merken wir einfach, dass wir schon wieder auf dem Weg dorthin sind.