Green with a Twist
Ein neues Hotel hat einen entscheidenden Vorteil: Noch hat niemand seinen Lieblingsplatz gefunden. Im Dezember eröffnet THE GREEN in Uderns.

Wo das Grün den Ton angibt
Die erste Frage wird also nicht lauten, ob die Bar schöner ist als der Pool, sondern wo man am liebsten sitzen bleibt. An der Evergreen Bar mit Blick auf die Green Lagoon? Auf der Terrasse? Oder doch irgendwo, wo man die anderen möglichst wenig sieht. Das Hotel liegt am Golfplatz, gleich am Wald. Daher das Green im Namen, außerdem ist es eine gelungene Beschreibung der Umgebung. Viel Grün, Berge, Wasser. Das Haus selbst hält sich mit Alpensymbolik zurück.
Design mit Blick auf die Green Lagoon
Stattdessen liegen im Inneren Kalser Marmor und Holz nebeneinander. Die Böden sind aus Stein, Altholzbalken ziehen sich durch die Räume, Möbel und Leuchten nehmen die runde Formensprache des Hauses auf. Es ist warm, ohne rustikal zu werden, und ziemlich durchgestylt, ohne dass man dafür den Begriff Designhotel bemühen müsste. Die Evergreen Bar bildet den Übergang nach draußen. Neben ihr liegen Pool und Green Lagoon – ein Naturbadesee, der im Sommer vermutlich schnell zum beliebtesten Treffpunkt des Hotels wird. Im Dezember dürfte sich dort eine andere Art von Gesellschaft bilden: Menschen, die nach der Sauna am Wasser stehen und überlegen, wie ernst sie es mit dem Eisbaden meinen.

Zusammen reisen, Freiraum genießen
Das THE GREEN ist für einen Ort in den Bergen auffallend wenig auf eine bestimmte Art von Gast festgelegt. Kinder und Erwachsene haben eigene Bereiche, im Spa gibt es einen Familienbereich und einen nur für Erwachsene. Es gibt Kinderbetreuung, aber ebenso Rückzugsorte für jene, die im Urlaub gern vergessen, dass es Kinderbetreuung gibt. Familien können zusammen reisen, ohne ständig zusammen sein zu müssen. Der Tag lässt sich ohnehin unterschiedlich verbringen. Auf den Golfplatz gehen. Wandern. Skifahren. Im Spa bleiben. Essen. Wieder essen. Das gastronomische Konzept lässt lange Essenszeiten zu, von der Zillertaler Bauernstube bis zur Maximilian Stube, der etwas feineren Variante. Danach ist die Bar nicht weit.

Zwischen Bergmomenten und Lieblingsplätzen
Im Winter liegen die Skigebiete Hochzillertal und Spieljoch in Reichweite. Wer einen Tag auf dem Berg verbringen will, kann zur Kristallhütte fahren, die ebenfalls zur Schultz-Gruppe gehört. Im Sommer liegt der Golfplatz vor der Tür, und das Zillertal beginnt dort, wo das Hotelareal endet. Die Zimmer sind großzügig angelegt, von Doppelzimmern bis zu Suiten mit direktem Zugang zur Green Lagoon oder eigenem Garten. Auch hier geht es weniger um alpine Dekoration als um Materialien und Raum. Holz, Marmor, Naturtöne. Dinge, die nicht erklären müssen, wo man sich befindet. Im Dezember wird man das Haus noch ohne Gebrauchsspuren kennenlernen. Keine eingespielten Rituale, keine Stammgäste, keine Geschichten darüber, welcher Tisch der beste ist. Dafür die prickelnde Neugier auf einen unbekannten Ort.
Irgendwann wird jemand seinen Lieblingsplatz finden. Bis dahin kann man noch alle ausprobieren.

Fotos: Hochburg, meloura
