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Design & Architektur

Boutiquehotel Zur Wiener Staatsoper – Ein Haus mit vielen Stimmen

Mahler, Mozart und Strauss begegnet man in Wien an vielen Orten. Im Boutiquehotel Zur Wiener Staatsoper stehen ihre Namen sogar an den Zimmertüren. Dahinter verbergen sich gemusterte Stoffe, sorgfältig ausgewählte Farben und die Handschrift einer britischen Interior-Designerin. Ein über hundert Jahre altes Wiener Stadthaus hat ein neues Kapitel begonnen – und es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Eine neue Geschichte hinter alten Mauern

Nur wenige Schritte von der Kärntner Straße entfernt liegt die Krugerstraße. Hier empfängt das Boutiquehotel Zur Wiener Staatsoper seit mehr als hundert Jahren seine Gäste. Anfang 2024 wurde das Hotel nach einer umfassenden Neugestaltung wiedereröffnet. Die historische Architektur des Gründerzeithauses blieb dabei ein wichtiger Teil seiner Identität. Für das neue Interieur holte man sich Unterstützung aus London: von der britischen Interior-Designerin Nina Campbell. Und wer nun an zurückhaltende, einheitliche Hotelzimmer denkt, dürfte überrascht werden.

Eine Britin mit Sinn für Wiener Details

Nina Campbell ist bekannt für ihren Umgang mit Farben, Mustern und Textilien. Im Hotel Zur Wiener Staatsoper zeigt sich das besonders deutlich. Paisley-Muster schmücken die Wände, Vorhänge setzen farbliche Akzente, und unter den Füßen liegt klassisches Fischgrätparkett. Dazwischen finden sich moderne Badezimmer und sorgfältig aufeinander abgestimmte Möbel. Auch Wiener Handwerksbetriebe waren an der Gestaltung beteiligt. Tischler und Manufakturen brachten ihre Arbeit in ein Interieur ein, das britische Designideen mit der Geschichte des Hauses verbindet. Man kann hier also durchaus einige Zeit damit verbringen, einfach nur die Details zu betrachten.

Zwölf Zimmer, viele Persönlichkeiten

Das Hotel verfügt über zwölf individuell gestaltete Zimmer und Suiten. Ihre Namen erinnern an Komponisten, die eng mit der Musikgeschichte Wiens verbunden sind: Mozart, Mahler, Strauss oder Tschaikowski. Und so unterschiedlich ihre Musik ist, so verschieden sind auch die Eindrücke, die die Räume hinterlassen. Mal fällt der Blick zuerst auf einen gemusterten Stoff, mal auf die Farben der Wände oder die kleinen Details neben dem Bett. Wer hier übernachtet, entdeckt ein Haus, in dem die Zimmer ihre ganz eigene Persönlichkeit haben.

Ein Schmuckstückchen zum Verweilen

Im Mittelpunkt des Hotels liegt ein Raum mit einem besonders passenden Namen: das Schmuckstückchen. Hier beginnt der Tag beim Frühstück, später trifft man sich auf einen Wiener Kaffee oder ein Glas Champagner. Die Gestaltung lädt dazu ein, auch die Zeit zwischen zwei Unternehmungen in der Stadt im Hotel zu verbringen. Und vielleicht fällt einem gerade dann ein Detail auf, das man beim ersten Vorbeigehen übersehen hat.

Ein letzter Blick über die Dächer

Ganz oben im Hotel eröffnet sich noch eine andere Perspektive auf Wien. Durch die Fenster fällt der Blick auf die Dächer der Stadt und den Stephansdom. Auch das Penthouse mit seinen zwei Schlafzimmern verfügt über eine eigene Terrasse mit Blick auf Wiens berühmte Kathedrale.

Von hier aus liegt die Stadt vor uns, deren Musikgeschichte schon beim Betreten des Hotels begonnen hat. Unten führen die Straßen zur Oper, zu Kaffeehäusern und historischen Fassaden. Drinnen erzählen Stoffe, Farben und handwerkliche Details von der jüngsten Verwandlung des Hauses. Über hundert Jahre Geschichte passen eben nicht in eine einzige Einrichtung.

Aber manchmal reichen schon zwölf Zimmer, um ziemlich viel davon zu erzählen.

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