K5 Hotel Tokio: Drei Adressen, ein Abend in Tokyo
Im Boutique Hotel K5 ist Essen mehr als eine Frage der Versorgung. Es geht um die Übergänge: vom ersten Kaffee zum späten Lunch, von kleinen Tellern zu einem Glas Wein, vom Dinner zum Drink an der Bar. Drei gastronomische Konzepte erzählen davon, wie unterschiedlich sich ein Tag in dieser Stadt anfühlen kann.

CAFE DANCE: Vom Frühstück bis zum Aperitif
Der Tag beginnt im CAFE DANCE mit Waffeln, hausgemacht und für ein Frühstück gedacht, das sich ohne große Zeremonie in einen Brunch verlängern darf. Das Café versteht sich als Lounge des Hotels, als Ort für jene kleinen Unterbrechungen, aus denen manchmal die besseren Geschichten entstehen. Die Betreiber sprechen von Herzklopfmomenten, die sich mitten im Alltag ereignen. Ein durchaus sympathischer Anspruch für einen Ort, an dem man zunächst einmal Kaffee trinkt. Später verschiebt sich das Angebot in Richtung Aperitif und Abendessen: Naturweine stehen neben Tapas, die Küche begleitet den Übergang vom Tag in die Nacht, ohne daraus ein Ereignis machen zu müssen. Das CAFE DANCE setzt auf die beiläufige Qualität des Zusammenseins. Man kommt auf einen Kaffee und bleibt auf ein Glas.

MARUYAMA: Ein Abend voller Geschmackserlebnisse
Das MARUYAMA verfolgt einen anderen Zugang. Das Flagship Restaurant von Chihiro Maruyama, dessen Arbeit immer wieder neue Esskulturen jenseits traditioneller Kategorien geprägt hat, führt einen durch einen Abend voller Geschmackserlebnisse. Serviert werden Izakaya-inspirierte Gerichte, wie sie zu einem Abend passen, der nicht zwingend aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert bestehen muss. Lieber bestellt man noch etwas, probiert weiter, lässt das Essen seinen eigenen Rhythmus finden. Die Idee dahinter ist weniger die klassische Restaurantdramaturgie als eine Esskultur, in der Speisen und Getränke einander Gesellschaft leisten.

AKAI BAR: Drinks und Geschichten
Eine eigene Geschichte erzählt die AKAI BAR. Ihr gehört eine fiktive Figur namens Akai-san, ein Sammler, der auf seinen Reisen durch die Welt bemerkenswerte Fundstücke zusammengetragen hat. Seine Persönlichkeit ist Teil der Inszenierung: Die Bar erscheint als Ort, der von einer imaginären Biografie geprägt ist, von Dingen, die jemand entdeckt, ausgewählt und mitgebracht haben könnte. In den Gläsern geht es derweil um Klassiker, japanischen Whisky und Gin. Das Rot der Bar gibt den Ton vor, die Sammlung liefert Gesprächsstoff, der Drink den Anlass zum Bleiben.
Drei Konzepte, eine gastronomische Dramaturgie
Drei unterschiedliche Perspektiven auf die Gastronomie, verbunden durch eine gemeinsame Idee: Ein Lokal muss nicht alles können, aber es sollte wissen, was es sein will. Das CAFE DANCE gehört dem unkomplizierten Tagesverlauf, das MARUYAMA der japanisch-französischen Küche im Geist der Izakaya, die AKAI BAR dem Ritual des Drinks und der Lust am Entdecken. Im K5 entsteht daraus eine kleine gastronomische Dramaturgie, die nicht bei der Speisekarte endet.
Sie handelt von der Zeit zwischen den Terminen, vom ungeplanten zweiten Glas und von der angenehmen Möglichkeit, dass aus einem kurzen Aufenthalt ein Tag mit langem Abend wird.

Fotos: Yikin HYO
