Hotel Nesslerhof: Vor dem Winterschlaf
November ist der Monat, in dem man sich entscheiden kann, ob man die Berge noch einmal sehen will, bevor der Schnee kommt. Im Großarltal beim Nesslerhof ist das keine besonders schwierige Entscheidung.

Bewegung beginnt vor der Tür
Die Luft ist klar, auf den Wegen ist weniger los und der Nesslerhof hat sich für diese Zwischenzeit etwas ausgedacht, das ziemlich gut zum Wetter passt: MOVEember. Das klingt zunächst nach einer weiteren Wortschöpfung aus der Welt des Wellnessurlaubs. Im Nesslerhof nimmt man die Sache aber angenehm wörtlich. Bewegung ist hier kein Programm, das zwischen Frühstück und Massage geschoben werden muss. Sie beginnt vor der Tür. Ein Weg ins Tal, ein Aufstieg auf die Alm, eine Yogaeinheit, später vielleicht noch ein paar Längen im Pool. Danach ist man müde auf eine Art, die einem gefällt.
Zwischen Bergluft und Onsen-Pool
Das Haus kennt beide Seiten. Draußen das Großarltal, drinnen der Spa-Bereich mit 25-Meter-Outdoorpool, Naturbadeteich und dem neuen, japanisch inspirierten Onsen-Pool, der mit 42 Grad eine andere Vorstellung von November vertritt. Zwischen diesen Temperaturen liegt der Reiz. Warm werden, rausgehen, wieder warm werden. Ein Prinzip, das auch ohne Wellnessphilosophie funktioniert.


Eisbaden, Breathwork und Yoga
Im November wird es konkreter. Am ersten Wochenende des Monats stehen Eisbaden und Breathwork auf dem Programm. Nach einer Einführung in Atemtechniken geht es in den 800 Quadratmeter großen Naturbadeteich. Man kann das für eine ziemlich vernünftige Methode halten, Stress loszuwerden. Man kann aber auch einfach zugeben, dass es Überwindung kostet. Vom 6. bis 8. November begleitet Edith Aigner ein entsprechendes Retreat. Eine Woche später ist Yoga an der Reihe. Da gibt es vier Yogaeinheiten und zwei Meditationen mit Julia Schamanajew.


Ein November ohne Wettkampf
Dazwischen bleibt genug Zeit für das, wofür man eigentlich nach Großarl fährt: draußen sein, im Spa verschwinden, essen, lesen, faulenzen. Das ist das Vernünftige am MOVEember: Er macht aus Bewegung keinen Wettkampf. Im Nesslerhof darf sie auch in Richtung Sauna führen. Mitte November stehen dort mehrere Tage mit besonderen Aufgüssen, Kräuterritualen und Themenzeremonien auf dem Kalender. Und irgendwann sitzt man dann beim Abendessen.
Fünf Gänge, Berg draußen, November drinnen. Der Tag war lang genug. Morgen kann man wieder losgehen.

Fotos: freiundzeit, Franziska Unterholzner, Gustav Willeit
